100 Tage in der neuen Praxis

100 Tage sind eine beliebte Zeitspanne, um ein kleines Resümee nachdem Beginn von etwas Neuem zu ziehen und kurz innezuhalten mit Blick auf die zurückliegende Zeit.
Tierarztpraxis Erling Lünen - Eingang

Wenn ich zurückblicke, sehe ich die unendlich viele Arbeit und den Tag des Abschlusses des Einzugs mit noch vielen kleinen Baustellen (vom fehlenden Kabelkanal, losen Schraubenabdeckungen, eine widerborstige Softwareschnittstelle des Röntgengeräts, Kisten hier und da bis zu nicht vollständig eingeräumten Schränken uvm).

Ich sehe viele helfende Hände und dann den Tag, an dem die erste Patientin, Hündin „Abby“, kam.

Vieles musste sich neu einspielen, das Team musste sich an neue Abläufe gewöhnen und immer mit Stolz haben wir vielen Interessierten die Praxis gezeigt.

Ausnahmslos alle Besucherinnen und Besucher haben uns tolle Komplimente für die neue Praxis gemacht und sind teils staunend, teils begeistert durch die neuen Räume gegangen. Räume, die nun seit 100 Tagen unser „Zuhause“ sind (gemessen an der Zeit, die ich hier verbringe, ist das gar nicht falsch). Und ja, wir fühlen uns angekommen und zuhause und an jedem einzelnen Tag schließen wir die Tür auf und kommen so gerne morgens herein, um den Tag an diesem tollen Ort mit Vorfreude auf unsere Patienten und deren Menschen zu beginnen.

Viel ist passiert in den letzten 100 Tagen. Wir freuen uns jeden Tag über neue Patienten und deren Besitzer, konnten viele Tierleben retten, verbessern, Tieren und deren Menschen helfen und haben auch Patienten dabei begleitet Ihren Lebensweg würdevoll und ohne Leiden zu vollenden.

Eine Verletzung an der Hand durch einen Patienten sorgte für wochenlange Einschränkungen bei der tierärztlichen Arbeit (inzwischen ist alles verheilt), das Röntgengerät hat nach zweieinhalb Monaten und vielen Stunden im Röntgenraum (gefühlt habe ich da manchmal gewohnt) und noch mehr Stunden am Telefon endlich eingesehen, dass es einfach besser ist, so zu kommunizieren, wie wir das wollen, so wie der Hersteller eingesehen hat, dass es einfach besser ist, zu tun, was wir wollen, eine neue Mitarbeiterin wurde gesucht und gefunden, noch eine neue Mitarbeiterin wurde gesucht und gefunden, eine Tierärztin wird noch gesucht, die ersten Flecken sind da, wo sie erwartet wurden und auch da, wo eher nicht, Schraubenabdeckungen verschwinden von den Holzpanelen wie von Geisterhand (ich habe da eher einen 9 Monate alten English Setter in Verdacht, der mit seinem Onkel die Tätigkeit eines Praxishundes ausübt).

Es ist schön zu erleben, wieviel in der Praxis gelacht wird und zu hören, wenn Kolleginnen vor sich hin summen.

Der Satz einer Patientenbesitzerin über meine Tierärztin ist mir sehr präsent.
„Endlich sind Sie da, wo ich Sie hingemalt hätte“

Das entspricht meiner Vision, die ich hatte, als ich meine Tierärztin vor etwa 5 Jahren bei deren damaliger Arbeitsstelle, zum ersten Mal bei der Arbeit mit Tieren und Menschen beobachten konnte.
Ich wusste, dass Tiere und Menschen genau so eine Tierärztin mit diesen Talenten als selbstständige Tierärztin in einer eigenen großen Praxis brauchen und nur darauf gewartet haben, dass es soweit ist. Genau dies ist nun Realität und ich bin sehr stolz auf meine Tierärztin und deren Praxis und ich bin stolz und glücklich, meinen Beitrag dazu geleistet zu haben und jeden Tag weiter leisten zu können.

Die letzten 100 Tage waren dicht gepackt, heiß, kalt, lang, fordernd, emotional , voll mit richtig guter Tiermedizin aber genau so wie die Tage in einer lebhaften Kleintierpraxis, wie wir sie uns wünschen, sein sollten (ok, auf Verletzungen können wir verzichten). Wir wünschen uns, dass wir noch viele viele weitere gute Tage hier erleben und vielen vielen Tieren und deren Menschen helfen können.

(ein Beitrag von Tom)